Umwelt erhalten  > Lebensmittelsicherheit

EHEC, Gammelfleisch, mit Dioxin verseuchtes Fleisch, Gentechnik, Analogkäse, Klebeschinken, Klonfleisch, irreführende Werbung und dazu noch die übermächtige Lobby der Lebensmittelindustrie. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind zu Recht verunsichert, stellen diese Fälle doch nur eine Auswahl der vielen Lebensmittelskandale dar.

Wenn es denn Firmen darum geht Profite zu generieren, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Angefangen beim enormen Lobbyeinsatz in den europäischen Institutionen, über dreiste Lügen bei der Vermarktung von Produkten bis hin zu systematisch organisierten Straftaten ist in der europäischen Lebensmittelindustrie alles vertreten.

Aktuelles Beispiel für die geballte Lobbymacht der Konzerne ist die gescheiterte Einführung der so genannten Lebensmittelampel. Die Lebensmittelindustrie kann auch weiterhin auf eine farbliche Kennzeichnung von Fertigprodukten verzichten. Diese wäre eine verbraucherfreundliche und transparente Methode gewesen, um die Konsumenten über den Gehalt von Salz, Zucker und Fetten in den Lebensmitteln zu informieren. Im Gegenzug hat die Industrie mit Hilfe ihrer Lobbyverbände eine eigene Lebensmittelkennzeichnung entwickelt (GDA-System). Dieses verschleiert mit Tricks wie viel zu kleinen Portionsangaben das scheinbar gesunde Kinder- oder Fitness-Produkte tatsächlich wahre Zuckerbomben sind.

Laut Verbraucherschutzverbänden wurden ca. € 1 Milliarde investiert, um die Ampel zu verhindern. So werden die Werbeillusionen aufrecht erhalten und kaum ein Mensch kann die ungesunden Dickmacher erkennen. Produkte wie die Milchschnitte werden als gesunde Zwischenmahlzeit für Kinder beworben, obwohl sie mehr Fett enthält als so manche Sahnetorte. Betrügerische Produktbezeichnungen werden viel zu selten und nur in den drastischsten Fällen (z.B. Analog-Käse/Klebefleisch) geahndet. Hier besteht großer Änderungsbedarf.

Fälle wie die EHEC-Epidemie oder das mit Dioxin verseuchte Fleisch weisen einmal mehr auf die Systemfehler der industriellen Lebensmittelproduktion im liberalisierten Binnenmarkt der EU hin. Wenn Profite Vorrang vor dem Gesundheitsschutz haben, geht das zu Lasten der Lebensmittelsicherheit und der Qualität.

Die Förderpolitik der Agrarwirtschaft und der ländlichen Räume muss konsequent auf eine deutliche Dezentralisierung der Erzeugungs- und Vermarktungsstrukturen von Lebensmitteln ausgerichtet werden. Bei einer regionalen Erzeugung von Lebensmitteln ist es einfacher, Infektionsquellen auszumachen und die Auswirkungen von Epidemien schneller zu begrenzen. Lange Transportwege und anonyme Produktionsbedingungen machen es oft unmöglich, die Herkunft von Lebensmitteln zurück zu verfolgen. Verbraucherinnen und Verbraucher haben jedoch ein Recht darauf zu wissen, wie ihre Lebensmittel erzeugt wurden und wo sie herkommen. Wir brauchen ein radikales Umdenken in der Agrar- und Verbraucherschutzpolitik: Lebensmittel müssen sicher sein und eine verständliche Kennzeichnung aufweisen. Landwirtschaftliche Erzeuger müssen vor unkalkulierbaren wirtschaftlichen Risiken geschützt werden.



 


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Atomausstieg jetzt!


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Damit Lebensmittel endlich Farbe bekennen
 Die Lebensmittelampel





 

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